Sardegna

Das erste Mal ist immer sehr aufregend und mit kleinen Anfangsschwierigkeiten verbunden, aber in jedem Fall etwas sehr besonderes. Chameleon wurde entjungfert und ich kann sagen dieses Konzert werde ich nicht so schnell vergessen. Ich habe fast ausschließlich neue Stücke gespielt und das mit neuen Mitstreitern auf der Bühne, welche menschlicher sind als sie auf den ersten Blick scheinen. So rechnete ich mit Überraschungen, welche dem Abend einen umso spannenderen Anstrich verleihen sollten...

Doch zunächst - wie gewiss schon vernomen wurde: Erfolgreich war auch das Crowdfunding! Um meiner Dankbarkeit und Freude Ausdruck zu verleihen, werde ich schnellstmöglich beglückt und liebevoll die Dankeschöns fertigstellen und zu euch verschicken. Die letzten Formalitäten und Absicherungen sind vollendet und das Geld ist schon sehr bald verfügbar, sodass ich mich in die Fertigstellung des Albums stürzen kann. Ich kann nur schwer beschreiben, wie es sich anfühlt, dass meinen Zielen und Sehnsüchten nichts mehr im Wege steht. Auch weitere Konzerte werden bei Zeiten verkündet.

Mein Klavierspiel und meine Stimme sind etwas worauf ich mich verlassen kann, auch wenn das Maß an Perfektion gemessen an meinen eigenen Ansprüchen mit zu viel Aufregung sinkt, gewinne ich dafür an emotionaler Naktheit und die unsichtbare Membran zum Publikum reist auf intensivierende Weise. Da ich zum Konzert im inzwischen wohlvertrauten Grünen Salon in der Berliner Volksbühne erstmals den mutigen Schritt gewagt habe, das Macbook von der Bühne zu verbannen und analoge Synthesizer und Kassetten willkommem zu heissen, gewinnt die Livesituation an noch mehr Lebendigkeit. Besonders in dem Moment als der Kassetten-Multitracker zum ersten mal zum Einsatz kommen sollte und beschloss aus einer Laune heraus doppelt so schnell und doppelt so hoch zu spielen, musste ich schnell umdenken. In der Pause kam nach einigem Rumprobieren mein Retter aus dem Publikum und nahm die fragliche Kassette in die Hand. Er verpasste ihr gekonnt einen Klaps und pustete kurz. Wie durch ein Wunder ging alles wieder. Der dramaturgische Bogen war unschlagbar und meinem Bauchgefühl und den zahlreichen Resonanzen nach war der Abend ein voller Erfolg und für alle Beteiligten ein aufwühlendes Erlebnis.

So stürze ich mich sofort in das nächste grosse Bühnenabenteuer! In den letzten drei Jahren war ich Teil des Soundteams des äußerst exklusiven Festivals DUNAJAM auf der wahrhaftig magischen Insel Sardinien, welche für knapp zwei Wochen das leibhaftige Musikerparadies auf Erden wird. Diesmal werde auch ich auf der täglich wandernden Bühne spielen. Morgen spiele ich ein Konzert am Strand. Im Sand. Und hinter mir verschluckt das grosse weite Meer die Sonne. Am meisten freue ich mich darauf den Song 'Levitation' zu performen, da der Liedtext auf dieser insel entstanden ist. Somit bin ich mir durchaus sicher, dass auch dieses Konzert unvergesslich wird.

Mit wärmsten Grüßen aus dem magischen Musikerparadies!
Lisa Morgenstern

Foto: Abdelwaheb Didi